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Ronaldo peilt historisches sechstes WM-Tor nach torlosem Remis in Houston an

Cristiano Ronaldos Jagd nach Fußball-Geschichte bleibt auch nach einem frustrierenden torlosen Unentschieden in Houston lebendig. Der 39-jährige Superstar kam beim 0:0 Portugals gegen einen seiner Gegner der Vorrundengruppe nicht zum Torerfolg, doch die Ambitionen des Ausnahmekönners sind damit keineswegs erloschen. Mit dem sechsten aufeinanderfolgenden WM-Turnier, in dem er auf Torejagd geht, peilt Ronaldo eine Marke an, die in der Geschichte des Weltfußballs bisher unerreicht bleibt.

Wie die portugiesische Sportzeitung Record berichtet, reisten über 15.000 portugiesische Fans nach Texas, um ihren Idol im NRG Stadium zu sehen. Das Phänomen „Ronaldo-Fieber“ erfasste die Millionenmetropole im Südosten der USA, wo die族人 bereits tagsüber die Umgebung des Stadions in rote und grüne Farben tauchten. Die portugiesische Nationalmannschaft absolvierte ihr Debüt in Houston als Teil des erweiterten Turniers 2026, das gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: Ronaldo hat in fünf vorangegangenen WM-Turnieren insgesamt sieben Treffer erzielt. Sein erstes WM-Tor gelang ihm 2006 in Deutschland gegen den Iran, als er einen Elfmeter verwandelte. Bei der WM 2022 in Katar markierte er einen weiteren Strafstoß gegen Ghana. Sollte ihm in der laufenden Kampagne ein weiterer Treffer gelingen, würde er als erster Spieler überhaupt in sechs verschiedenen Weltmeisterschaften scoren – eine historische Leistung, die selbst die höchsten Maßstäbe im modernen Fußball übertreffen würde.

Der deutsche Bundestrainer a.D., der als Berater für diverse Medien arbeitet, äußerte gegenüber dem Kicker: „Ronaldo verkörpert eine Spielerkategorie, die im modernen Fußball kaum noch existiert. Seine Langlebigkeit auf höchstem Niveau verdient Respekt, unabhängig von persönlichen Präferenzen.“ Diese Einschätzung spiegelt wider, was auch die deutsche Sportpresse seit Jahren diskutiert – die außergewöhnliche Karriere des Portugiesen, die mittlerweile über zwei Jahrzehnte an internationalen Spitzenleistungen umfasst.

Aus deutscher Sicht ist die Historie bemerkenswert: DFB-Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bestritt 1998 seine fünfte und letzte WM. Bundesliga-Legende Miroslav Klose absolvierte vier Turniere zwischen 2002 und 2014. Mit Philipp Lahm und Manuel Neuer erreichten weitere deutsche Akteure diese Marke. Doch die sechste Teilnahme an einem WM-Turnier blieb deutschen Spielern stets verwehrt – eine Marke, die Ronaldo nun als erster europäischer Feldspieler durchbrechen könnte.

Die portugiesische Auswahl zeigte sich in Houston bemüht, ihrem Kapitän optimale Gelegenheiten zu liefern. Bruno Fernandes und Bernardo Silva kreierten mehrere vielversprechende Situationen, doch das Abschlussglück fehlte dem Recordmann. Ronaldos Engagement im Spiel war ungebrochen: Er presste früh, organisierte das Angriffsspiel und suchte stets den Abschluss. Die 67 Minuten, die er auf dem Platz stand, dokumentierten einen Spieler, der seine Chance auf Geschichte noch lange nicht abgeschrieben hat.

Für die kommenden Gruppenspiele wird Ronaldo mit zusätzlicher Motivation auflaufen. Die portugiesische Presse, insbesondere A Bola, spekuliert bereits über taktische Anpassungen, die dem Stürmer mehr Raum verschaffen sollen. Trainer Roberto Martínez steht vor der Aufgabe, sein Offensivkonzept zu verfeinern, ohne die defensive Stabilität zu gefährden, die Portugal bislang auszeichnete.

Die Bundesliga-Connection kommt ebenfalls nicht zu kurz: Mit João Palhinha vom FC Bayern München und Rafael Leão vom AC Mailand verfügt Portugal über Bundesliga-erfahrene Akteure, die Ronaldos Vita aus nächster Nähe kennen. Palhinha betonte gegenüber deutschen Journalisten: „Cristiano ist jeden Tag im Training der Gleiche wie vor 15 Jahren. Diese Professionalität ist ansteckend für die gesamte Gruppe.“

Die historische Perspektive verdeutlicht die Einzigartigkeit des Vorhabens: Lediglich der Mexikaner Antonio Carbajal bestritt zwischen 1950 und 1966 fünf WM-Turniere, bevor er seine Karriere beendete. Der Deutsche Lothar Matthäus und der Italiener Gianluigi Buffon erreichten ebenfalls fünf Teilnahmen, blieben jedoch hinter der Marke zurück, die Ronaldo nun anpeilt. Bei einem Erfolg würde er nicht nur einen Fußball-Rekord brechen, sondern auch zeigen, dass im modernen Spiel mit den richtigen Bedingungen eine Karriere bis weit in die Endzwanziger möglich ist.

Die portugiesische Nationalmannschaft reist nun weiter durch das Turnier, mit dem Blick fest auf das Achtelfinale gerichtet. Für Ronaldo persönlich geht es um mehr als nur den Titel mit seinem Land – es geht um das finale Kapitel einer Legende, das noch lange nicht geschrieben ist. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der sechste Streich gelingt und der Fußballwelt ein weiteres historisches Kapitel beschert wird.