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FIFA WM 2026 Gruppenphase liefert spannende Begegnungen im Juni

Der Gedanke an einen 6:0-Sieg eines WM-Gastgebers bei seiner eigenen Endrunde hätte noch vor wenigen Jahren als unrealistisch gegolten. Doch Kanada schrieb am achten Spieltag der Gruppenphase Geschichte und demütigte Katar mit einem Kantersieg, der die footballbegeisterte Nation in Toronto, Vancouver und Montreal in einen kollektiven Freudentaumel versetzte. Für Bundestrainer Julian Nagelsmann, der das Abschneiden seiner potenziellen Vorrundengegner mit Argusaugen verfolgte, lieferte dieser Ergebnisse wertvolle Erkenntnisse über das Niveau der nordamerikanischen Gastgeber.

Neben dem kanadischen Offenbarungseid sorgte auch Mexiko für Aufsehen. Ein knapper 1:0-Erfolg gegen Südkorea brachte die Mittelamerikaner auf Kurs Richtung Achtelfinale und unterstrich einmal mehr, warum die Tri-Kolores zu den defensivstärksten Nationen des Turniers zählen. Im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt fieberten über 70.000 Fans einem Spiel entgegen, das letztlich durch einen Kopfballtreffer in der 67. Minute entschieden wurde. Die südkoreanische Auswahl, bei der unter anderem Bayern-Leihgabe Min-jae Kim für Stabilität in der Viererkette sorgte, haderte mit der eigenen Chancenverwertung.

In der Gruppe mit europäischer Beteiligung demonstrierte die Schweiz ihre Kaltschnäuzigkeit. Ein 4:0-Sieg gegen Bosnien und Herzegowina bedeutete den höchsten Turniersieg seit dem legendären 6:0 gegen Trinidad und Tobago bei der WM 2006 in Deutschland. Granit Xhaka, langjähriger Bundesligaprofi von Bayer Leverkusen und nun Kapitän der Nati, dirigierte das Mittelfeld mit der Ruhe eines Routiniers. Die bosnische Abwehr, angeführt von einem Premier-League-erfahrenen Innenverteidigerduo, fand kein Mittel gegen die交换reichen Kombinationen der Eidgenossen.

Derweil sorgte ein unerwartetes Ergebnis für Schlagzeilen in den deutschen Redaktionen. Südafrika und Tschechien trennten sich in einem temporeichen Duell mit einem 2:2-Unentschieden, das beide Teams im Rennen um den Einzug ins Achtelfinale hält. Der Kicker titelte tags darauf: „Bafana Bafana glaubt an das WM-Wunder“ – ein Verweis auf die historisch geringe Chance der Südafrikaner, nach nur einem Punkt aus zwei Spielen noch weiterzukommen.

Für die US-amerikanische Nationalmannschaft verlief der Dienstag vielversprechend. Ein 2:0-Erfolg gegen Australien im MetLife Stadium von New Jersey brachte den Amerikanern drei wichtige Punkte und推动了 ihre Chancen auf den Gruppensieg erheblich. Bundestorhüter Manuel Neuer, der als Teil des ARD-Expertenteams vor Ort war, analysierte gegenüber der Sportschau: „Die Amerikaner haben eine enorme Entwicklung genommen. Die Bundesliga profitiert davon, dass junge US-Spieler regelmäßig dort spielen – umgekehrt profitiert die Nationalmannschaft davon.“

Die Popularität bestimmter Nationen jenseits der klassischen Fußballmärkte manifestierte sich in unerwarteten Fanbindungen. Wie das Juneau Empire berichtete, wurde Südkorea in Alaska zum beliebtesten „inoffiziellen zweiten Team“ der Bevölkerung. Historische Verbindungen durch koreanischstämmige Gemeinden sowie die Begeisterung für Stars wie Heung-min Son von Tottenham Hotspur begründeten dieses Phänomen, das die wachsende globale Reichweite des Weltfußballs exemplarisch verdeutlicht.

Die Bundesliga-Repräsentanz bei dieser WM bleibt beeindruckend. Laut einer Erhebung von bundesliga.com reisen allein aus der deutschen Eliteklasse über 80 Nationalspieler nach Nordamerika. Bayern Münchens Verteidiger Kim Min-jae, dessen Wechsel vom FC Bayern zum FC Seoul offenbar von katastrophaler Ironie begleitet wird, verkörpert diese Verquickung zwischen deutschem Vereinsfußball und internationaler Turnierbühne. Auch Borussia Dortmund entsendet mehrere Akteure zu ihren jeweiligen Nationalteams, darunter Stammkräfte aus dem aktuellen Bundesligakader.

Historisch betrachtet markiert diese WM einen Wendepunkt. Erstmals findet eine Endrunde mit 48 statt 32 Teilnehmern statt, wobei drei Nationen gemeinsam hosten. Die logistischen Herausforderungen – Zeitverschiebungen von bis zu sechs Stunden zwischen den Spielorten, drei Länder, drei Zeitzonen – meistern die Organisatoren bislang mit bemerkenswerter Effizienz. Die FIFA meldete bereits nach den ersten Spieltagen Rekordeinnahmen bei den Ticketerlösen, was die wirtschaftliche Tragfähigkeit des erweiterten Turnierformats bestätigt.

Mit Blick auf die anstehende K.-o.-Phase verdichten sich die Hinweise, dass europäische und nordamerikanische Teams die Favoritenrolle unter sich ausmachen könnten. Deutschlands Gruppengegner – darunter potenzielle Kontrahenten aus dem deutschen Lager – befinden sich in blendender Verfassung. Der DFB wird die verbleibenden Vorrundenspiele nutzen, um seine Scoutings zu verfeinern. Spätestens wenn Ende Juni die Zuschauerzahlen die Milliardenmarke überschreiten, wird die Welt ein weiteres Mal an die universelle Sprache des Fußballs erinnert.