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Türkischer Linksverteidiger Caner Erkin beendet mit 37 seine Karriere

Caner Erkin hat seine aktive Fußballkarriere beendet. Der 37-jährige Linksverteidiger gab am Dienstag seinen Rücktritt vom Profifußball bekannt und beendet damit eine beeindruckende Laufbahn, die sich über nahezu zwei Jahrzehnte erstreckte. Mit über 60 Länderspielen für die türkische Nationalmannschaft und Stationen bei einigen der größten Vereine Europas hinterlässt Erkin ein bemerkenswertes Vermächtnis im internationalen Fußball.

Der in Izmir geborene Erkin begann seine Profikarriere 2002 bei Trabzonspor, wo er schnell auf sich aufmerksam machte. Seine konstanten Leistungen als offensivstarker Außenverteidiger öffneten ihm die Türen zu Fenerbahçe Istanbul, wo er zwischen 2004 und 2008 eine tragende Rolle im Team einnahm. In dieser Zeit absolvierte er 124 Pflichtspiele für die „Gelbe Kanaryalar” und trug maßgeblich zum Gewinn zweier türkischer Meisterschaften bei.

Der internationale Durchbruch gelang Erkin 2008 mit einem Wechsel zu Inter Mailand. Unter Coach José Mourinho wurde der Türke Teil einer goldenen Ära des italienischen Rekordmeisters. Er absolvierte 33 Serie-A-Spiele und war Teil der Mannschaft, die 2009/10 die Champions League sowie den italienischen Scudetto gewann. In der magischen Nacht von Madrid, als Inter im Finale von Chamartín den FC Bayern München mit 2:0 besiegte, saß Erkin zwar überwiegend auf der Bank, doch sein Beitrag zum Kader dieser historischen Mannschaft unterstreicht seinen Stellenwert im europäischen Fußball.

Die Bundesliga blieb Erkin zwar persönlich erspart, doch germanische Spuren durchziehen seine Karriere auf vielfältige Weise. Im Trikot von Inter Mailand kreuzte er mehrfach die Klingen mit deutschen Topklubs. Besonders in Erinnerung bleibt das Champions-League-Achtelfinale 2010 gegen den FC Bayern, wo er auf deutsche Nationalspieler wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger traf. Auch in der Europa League hatte Erkin mit Bundesligisten zu tun, etwa gegen Borussia Mönchengladbach und Schalke 04.

In der russischen Premier Liga setzte Erkin seine Karriere bei Lokomotiv Moskau fort und sammelte dort von 2013 bis 2015 weitere internationale Erfahrung. Die Rückkehr in die türkische Süper Lig führte ihn schließlich zu Beşiktaş Istanbul, wo er zwischen 2015 und 2021 nochmals auf höchstem Niveau agierte und zwei weitere Meistertitel feierte. In seinen späteren Jahren pendelte er zwischen der Türkei und kleineren europäischen Ligen, bevor er nun den Schlusspfiff seiner aktiven Laufbahn bekannt gab.

Die türkische Nationalmannschaft bekleidete Erkin von 2006 bis 2017. Sein Debüt feierte er unter Coach Fatih Terim, und schnell wurde er zum unverzichtbaren Bestandteil der „Ay-Yıldızlılar”. Angeführt von Spielern wie Arda Turan, Emre Belözoğlu und Kapitän Emre Belözoğlu bildete Erkin über Jahre das Fundament der türkischen Abwehrreihe. Bei der Europameisterschaft 2008, als die Türkei bis ins Halbfinale vordrang, war er einer der herausragenden Akteure. Auch bei der WM 2002, an der er noch nicht teilnahm, und bei EM 2016 in Frankreich hinterließ er seinen Fingerabdruck.

Aus der Bundesliga-Szene kommen ebenfalls Würdigungen. Mehrere deutsche Journalisten, die für den Kicker und Sport Bild berichten, hoben in den vergangenen Tagen Erkins Zuverlässigkeit und seine Fähigkeit hervor, sowohl in der Viererkette als auch als Schienenspieler zu glänzen. Seine statistisch starken Werte bei Flanken und Torschussvorlagen machten ihn zu einem der komplettesten Außenverteidiger seiner Generation.

Der Rücktritt Erkins markiert das endgültige Ausklingen einer Ära im türkischen Fußball. Die Generation um Arda Turan, Emre Belözoğlu und Hamit Altıntop hat den türkischen Fußball international geprägt, und mit Erkin geht einer ihrer letzten aktiven Protagonisten. Für die türkische Nationalmannschaft, die sich derzeit im Neuaufbau befindet, bedeutet dies den endgültigen Abschied einer Legende.

Was kommt nun für Erkin? Laut türkischen Medienberichten, die auch in der BILD-Zeitung aufgegriffen wurden, erwägt der Routinier eine Karriere im Trainergeschäft oder eine Tätigkeit als Funktionär beim türkischen Verband. Seine Erfahrung und sein Netzwerk könnten dem türkischen Fußball in neuer Rolle zugutekommen. Unabhängig davon, welchen Weg er einschlägt, wird Caner Erkin als einer der besten türkischen Außenverteidiger der jüngeren Geschichte in Erinnerung bleiben – ein Spieler, der die Grenzen zwischen Verteidigung und Angriff verschmolz und auf drei verschiedenen Kontinenten seinen Stempel hinterließ.