Der 19-jährige Argentinier Nico Paz steht offenbar vor einem Karrierewechsel, der die Transferpläne mehrerer europäischer Topklubs durcheinanderwirbeln könnte. Real Madrid hat den Youngster laut übereinstimmenden Berichten von Kicker und Sport Bild für eine Ablösesumme von 60 Millionen Euro auf den Markt geworfen – eine Summe, die angesichts seines noch jungen Alters und seiner begrenzten Erfahrung auf höchstem Niveau für reichlich Gesprächsstoff sorgt.
Paz absolvierte in der abgelaufenen Saison 37 Pflichtspiele für Real Madrid und steuerte dabei vier Tore sowie drei Vorlagen bei. Diese Bilanz ist solide, aber nicht überwältigend – was die Frage aufwirft, ob die Königlichen ihren Landsmann tatsächlich für eine solch hohe Summe ziehen lassen werden. Der Mittelfeldspieler gilt als technisch versiert und verfügt über ein gutes Auge für den finalen Pass, doch die Lernkurve in der Primera División verläuft nicht ganz so steil, wie manche Beobachter es erwartet hatten.
Für Inter Mailand eröffnet diese Situation ein neues Kapitel in ihrer ohnehin komplizierten Suche nach Verstärkungen für das Zentrum. Die Nerazzurri hatten bekanntlich ein erstes Angebot für Liverpools Curtis Jones abgegeben, das von den Reds mit Verweis auf ihren Willen, den englischen Nationalspieler zu halten, abgelehnt wurde. Jones, der bei Liverpool noch einen Vertrag bis 2027 besitzt, kam in der vergangenen Spielzeit auf 31 Premier-League-Einsätze und verzeichnete dabei vier Tore sowie sechs Assists – eine respektable Ausbeute für einen Spieler, der sich in einem Umbruch bei den Merseysiders befindet.
Die Frage, die sich nun stellt: Hat Inter durch das Auftauchen von Paz als möglichem Ziel eine Hintertür im Jones-Poker? Trainer Simone Inzaghi würde sicherlich einen technisch versierten Mittelfeldspieler begrüßen, der sowohl im Zentrum als auch auf den Außenpositionen einsetzbar ist. Paz’ Profil als kreativer Ballverteiler könnte durchaus in das Anforderungsprofil der Mailänder passen, die in der vergangenen Champions-League-Saison vor allem in der Zentrale Qualitätsschwankungen zeigten.
Interessant ist in diesem Zusammenhang die Historie der italienischen Vereine mit argentinischen Spielern. Von Javier Zanetti über Diego Milito bis hin zu Paulo Dybala – die Albiceleste-Spieler haben in der Serie A stets eine besondere Rolle gespielt. Paz könnte diese Tradition fortsetzen, wobei die Frage der Eingewöhnungszeit nicht zu unterschätzen ist. Die Serie A fordert ein anderes Pressing-Verhalten als La Liga, und nicht jeder Youngster passt sich sofort an das Tempo und die Physis der italienischen Verteidigungsreihen an.
Aus deutscher Perspektive ist zudem bemerkenswert, dass Inter in der Vergangenheit durchaus positive Erfahrungen mit Spielern aus den eigenen Reihen gemacht hat, die eine ähnliche Entwicklung durchliefen. Der deutsche Markt bleibt für die Mailänder traditionell interessant, auch wenn es aktuell keine konkreten Verhandlungen gibt. Laut BILD soll Inter bereits im Winter Interesse an einem Bundesliga-Spieler bekundet haben, was die Ambitionen des Vereins auf dem Transfermarkt unterstreicht.
Liverpool zeigt sich derweil unbeeindruckt von den Spekulationen und hat öffentlich gemacht, dass Jones nicht zum Verkauf steht. Die Reds befinden sich in einer Transformationsphase unter ihrem neuen Trainer und wollen核心竞争力 core-Spieler halten. Jones, der seit seiner Jugend in Liverpool spielt, verkörpert genau den Spielertyp, den der Klub langfristig binden möchte.
Für Inter könnte die Fokussierung auf Paz durchaus Sinn ergeben, da die Ablöseforderung zwar hoch, aber verhandelbar erscheint. Real Madrid hat zwar 60 Millionen Euro als Startpunkt genannt, doch in der Welt der Transfers sind solche Summen selten in Stein gemeißelt. Ein Paketdeal oder ein Austausch von Spielern könnte die Angelegenheit vereinfachen und beiden Parteien entgegenkommen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie ernsthaft das Interesse tatsächlich ist. Inter hat in der Vergangenheit gezeigt, dass sie bereit sind, auf dem Transfermarkt aktiv zu werden, wenn die Gelegenheit es rechtfertigt. Ob Paz jedoch der richtige Spieler ist, um Liverpools Jones vergessen zu machen, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Der Sommer-Transfermarkt verspricht erneut, ein Theater der großen Namen und noch größeren Summen zu werden. Inter, Liverpool und Real Madrid sind nur drei Akteure in einem Spiel, das in den kommenden Monaten noch viele Wendungen nehmen könnte.