Didier Deschamps hat seinen endgültigen 26-Mann-Kader für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko nominiert – und die Experten beim Kicker und bei Sport Bild sind sich einig: Mit diesem Aufgebot ist Frankreich nicht nur Favorit, sondern legitimer Titelaspirant. Nach der bitteren Finalniederlage bei der WM 2022 in Katar gegen Argentinien (3:3 n.V., 4:2 i.E.) soll diesmal der zweite Stern her.
Der 55-jährige Deschamps, der Les Bleus 2018 in Russland zum bisher einzigen WM-Titel seit 1998 führte, setzt auf eine bewährte Mischung aus Weltklasse-Erprobten und hungrigen Youngsters. Kapitän Kylian Mbappé (26) steht trotz einiger Verletzungssorgen im Kader – für den Stürmer, der bei Real Madrid seit Sommer 2024 eine neue Ära eingeläutet hat, wird dies voraussichtlich die dritte WM-Teilnahme. Mit 36 Treffern in 58 Länderspielen gehört der Pariser bereits jetzt zu den gefährlichsten Stürmern der Weltfußballgeschichte.
Die Bundesliga darf sich über gleich drei Nominierte im französischen Aufgebot freuen: Linksverteidiger Benjamin Pavard, der seit 2023 bei Inter Mailand kickt, bildet zusammen mit Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano das defensive Rückgrat. Der 25-jährige Upamecano, der seit seinem Wechsel von RB Leipzig zum FC Bayern 2021 zu den konstantesten Innenverteidigern Europas zählt, absolvierte bereits 15 Länderspiele für Frankreich. Sein Landsmann William Saliba vom FC Arsenal komplettiert die bevorzugte Dreierkette – für die Gunners bestritt der 23-Jährige in der laufenden Saison 38 Pflichtspiele.
Im Mittelfeld hat Deschamps mit Aurélien Tchouaméni (Real Madrid) und Eduardo Camavinga (Manchester United) zwei absolute Startelf-Garanten nominiert. Besonders bemerkenswert: Der 22-jährige Camavinga, geboren in der Demokratischen Republik Kongo und in Frankreich aufgewachsen, verkörpert den Trend der Equipe Tricolore hin zu einer multikulturellen Identität – ein Thema, das auch die BILD jüngst unter dem Aspekt der “französischen Fußball-Diversity” beleuchtete.
Im Angriff neben Mbappé setzt Deschamps auf Marcus Thuram (Inter Mailand/14 Länderspieltore seit 2021) und den aufstrebenden Bradley Barcola von Paris Saint-Germain. Der 22-Jährige absolvierte seine erste WM-Qualifikation im Herbst 2025 mit Bravour und könnte im Turnierverlauf zum X-Faktor avancieren.
Historisch betrachtet ist Frankreich eine der erfolgreichsten Nationen der WM-Geschichte: Neben den Triumphen 1998 und 2018 erreichten Les Bleus auch 2006 (Finale gegen Italien) und 2022 (Finale gegen Argentinien) die letzte Runde. Mit durchschnittlich 2,3 Toren pro Spiel in der laufenden Qualifikationsphase und einer Bilanz von 8 Siegen aus 10 Spielen (28:6 Tore) reist der amtierende Vizeweltmeister mit breiter Brust an.
Die Vorbereitung auf das Turnier umfasst ein Trainingslager in Clairefontaine sowie ein Testspiel gegen Portugal am 5. Juni 2026 in Lyon – ein Duell, das die Kicker-Redaktion als “Generalprobe gegen den Europameister von 2016” apostrophiert. Anschließend reist der Tross nach Miami, wo die Gruppengegner warten.
Frankreich trifft in der Gruppenphase auf Dänemark, Peru undUsbekistan – eine Gruppe, die auf dem Papier zu den lösbaren Aufgaben zählt. Doch Deschamps warnte bereits: “Jede WM hat ihre eigenen Gesetze. Wir respektieren jeden Gegner.” Der Bundestrainer blickt gespannt auf das Duell mit dem Erzrivalen – Deutschland ist als möglicher Viertelfinalgegner ein Thema, das auch die deutschen Medien bereits jetzt beschäftigt.
Die Franzosen reisen mit dem Anspruch an, mindestens das Halbfinale zu erreichen. Mit einem Kader, der in nahezu jeder Position über Erstligaqualität verfügt, und einem Trainer, der weiß, wie man Großturniere gewinnt, haben sie alle Voraussetzungen dazu. Der Traum vom zweiten Stern innerhalb von acht Jahren lebt – und mit Mbappé in Bestform ist dieser Traum absolut realistisch.