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Portugal bestätigt Aufstellung während Ronaldo die Wende im WM-Spagengang anführen soll

Die Spekulationen haben ein Ende: Cristiano Ronaldo wird heute Abend in der Anfangsformation Portugals stehen. Nationaltrainer Roberto Martínez hat die Aufstellung bestätigt und damit dieanhaltenden Diskussionen über die Rolle des fünfmaligen Ballon-d’Or-Gewinners beendet. Der 39-Jährige führt seine Mannschaft in ein WM-Spiel, das für die portugiesischen Ambitionen kaum wichtiger hätte sein können.

Die Entscheidung kommt trotz erheblicher Kritik an Ronaldos Leistungen im bisherigen Turnierverlauf zustande. Medienberichte aus Portugal und internationalen Sportredaktionen haben die Frage aufgeworfen, ob der Altstar noch den nötigen Einfluss besitzt, um sein Team entscheidend voranzubringen. Der Guardian analysierte jüngst, dass Portugals Führungsetage darauf hofft, Ronaldos Jubiläumsmoment werde nicht zum Mühlstein um seinen Hals.

In der deutschen Berichterstattung, etwa bei Kicker und Sport Bild, wurde intensiv über Ronaldos Rolle spekuliert. Die Bundesliga-Perspektive ist dabei durchaus relevant: Mit Rúben Neves (Wolverhampton) und Bernardo Silva (Manchester City) stehen Spieler in der portugiesischen Auswahl, die regelmäßig gegen deutsche Bundesligisten antreten. Die deutsche Nationalmannschaft verfolgt die Entwicklungen mit Argusaugen, da ein portugiesischer Einzug ins Achtelfinale oder weiter durchaus unangenehme Voraussetzungen für andere Nationen schaffen könnte.

Ronaldo selbst bleibt gelassen. „Die Weltmeisterschaft ist noch lange nicht vorbei“, wird er von ESPN zitiert. Diese Aussage verdeutlicht die Entschlossenheit des Stürmers, trotz des holprigen Starts nicht aufzugeben. Mit 217 Länderspielen und 135 Toren im Trikot Portugals ist er nicht nur Rekordtorschütze, sondern auch der dienstälteste Aktive im Kader. Sollte er in diesem Turnier zum Einsatz kommen, würde er einen weiteren historischen Meilenstein setzen.

Die Kritik an Martínez wird dabei kaum leiser. The Athletic analysierte ausführlich, dass der spanische Trainer seine Taktik falsch ausgerichtet habe. Die Strategie Passe-rimente hätten nicht zu den vorhandenen Spielertypen gepasst, lautet der Vorwurf. Martínez, der nach der WM 2022 die Nachfolge von Fernando Santos antrat, steht unter erheblichem Druck, seine Entscheidungen zu rechtfertigen.

Verteidiger Rúben Dias meldete sich ebenfalls zu Wort und betonte, die Mannschaft habe gelernt, das „externe Rauschen“ auszublenden. „Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit und lassen uns nicht von außen beeinflussen“, erklärte der Innenverteidiger, der selbst beim Bundesliga-Klub Benfica Lissabon seine Karriere begann und nun bei Manchester City in der Premier League spielt. Die klare Botschaft: DieEquipe bleibt geschlossen hinter ihrem Kapitän.

Historisch betrachtet ist Ronaldos Situation ein Novum im portugiesischen Fußball. Noch nie zuvor hat ein Spieler in diesem Alter bei einer Weltmeisterschaft eine derart zentrale Rolle eingenommen. Zum Vergleich: Der deutsche Rekordtorschütze Miroslav Klose bestritt sein letztes WM-Spiel mit 38 Jahren, erreichte dabei aber nie die Kritikintensität, die Ronaldo derzeit umgibt. Lothar Matthäus, der mit 39 Jahren bei der WM 1998 noch im Mittelfeld wirkte, gilt als Ausnahme – und nicht als Regel.

Die Zahlen sprechen eine eigene Sprache: Ronaldo hat in fünf Weltmeisterschaften bisher 15 Tore erzielt. Sein Debüt gab er 2006 in Deutschland, als Portugal den vierten Platz erreichte – bis heute das beste Abschneiden der Nation. Seitdem ist ein Viertelfinale (2010, 2022) das Maximum gewesen. Mit durchschnittlich 0,5 Toren pro WM-Spiel bleibt er effektiv, doch die Frage ist, ob die physischen Voraussetzungen noch für die höchste internationale Bühne ausreichen.

Für Portugal geht es in den kommenden Spielen um alles oder nichts. Ein frühes Ausscheiden würde nicht nur das Ende einer Ära bedeuten, sondern auch massive Kritik am gesamten Projekt nach sich ziehen. Martínez und seine Spieler wissen das. Die Lösung soll ausgerechnet der Mann liefern, der selbst zum Symbol der Krise geworden ist.

Die Aussichten? Portugal hat das Potenzial, jedes Turnier zu gewinnen – auf dem Papier zumindest. Ob Ronaldo diesem Potenzial gerecht werden kann, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Fest steht: Seine letzte große Bühne hat begonnen, und die Augen der Welt sind auf ihn gerichtet.