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Belgiens potenzieller WM-Kader 2026 unter Rudi Garcia nimmt Gestalt an

Die WM 2026 rückt unaufhaltsam näher, und während sich die Fußballwelt bereits auf das Großereignis in den USA, Kanada und Mexiko vorbereitet, brodelt es auch hinter den Kulissen der belgischen Nationalmannschaft. Trainer Rudi Garcia, seit 2023 an der Seitenlinie der Roten Teufel, steht vor der delikaten Aufgabe, einen Kader zusammenzustellen, der die hungernde Nation endlich zum lang ersehnten WM-Titel führen soll. Die Spekulationen häufen sich, und das deutsche Fachmagazin Kicker berichtet bereits seit Wochen über die strategischen Überlegungen innerhalb des belgischen Verbandes.

Die Geschichte Belgiens bei Weltmeisterschaften ist eine der extremsten der Fußballgeschichte. Bei der WM 1986 erreichte die damalige Generation um Eric Gerets und Enzo Scifo das Halbfinale, bevor sie knapp gegen Diego Maradona und Argentinien unterlag. Danach folgte ein jahrzehntelanges Intermezzo sportlicher Mittelmäßigkeit, bevor die sogenannte „Goldene Generation“ um Eden Hazard, Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku die Roten Teufel zurück an die Weltspitze führte. Zwischen 2014 und 2022 stand Belgien viermal in Folge im FIFA-Ranking auf Platz eins – eine beeindruckende Serie, die jedoch nie mit dem ganz großen Titel gekrönt wurde. Diese Generation stand bei der WM 2018 in Russland vor dem großen Wurf, unterlag aber im Halbfinale Frankreich, bevor das Team bei der WM 2022 in Katar enttäuschend in der Gruppenphase ausschied.

Garcia, der in der Bundesliga bestens bekannt ist – schließlich trainierte er von 2013 bis 2015 den VfL Wolfsburg – kennt die deutsche Fußballkultur aus erster Hand. Diese Verbindung könnte sich als entscheidend erweisen, wenn es darum geht, die kommende Generation auf das Turnier vorzubereiten. „Wir haben eine Mischung aus erfahrenen Spielern, die noch immer auf höchstem Niveau performen, und jungen Talenten, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Garcia kürzlich in einem Interview mit Sport Bild. Diese Worte verdeutlichen die philosophische Ausrichtung des Trainers: Kontinuität und Innovation sollen Hand in Hand gehen.

Im Tor gilt Jan Vertonghen, der mittlerweile 37 Jahre alte Innenverteidiger, als Führungspersönlichkeit der Defensive. Der Routinier von Anderlecht, der einst beim Ajax Amsterdam und Tottenham Hotspur spielte, bringt über 160 Länderspiele mit – eine Zahl, die seine internationale Klasse unterstreicht. Neben ihm könnten junge Torhüter wie Mike Penders vom FC Augsburg (inzwischen an Aston Villa verliehen) oder Koen Casteels, der jahrelang in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg zwischen den Pfosten stand, für Stabilität sorgen. Casteels absolvierte über 200 Bundesliga-Spiele und gilt als einer der zuverlässigsten Schlussmänner Europas.

Die Defensive könnte auf Routiniers wie Vertonghen und den jungen Linksverteidiger Antonio Nusa setzen, der beim FC Brügge mit beeindruckenden Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hat. In der Innenverteidigung könnte Zeno Debast eine tragende Rolle einnehmen – der Youngster vom RSC Anderlecht wurde bereits von mehreren Bundesliga-Klubs scoutiert.

Das Mittelfeld bleibt ohnehin die große Stärke Belgiens. Kevin De Bruyne von Manchester City, der in der Premier League über 150 Vorlagen in seiner Karriere sammelte, wird als Herzstück des Teams erwartet. Sein ehemaliger队友 aus Wolfsburg, Edin Dzeko, hat zwar keine Verbindung zu Belgien, doch der Gedanke an die internationale Klasse des Mittelfelds wird durch Spieler wie Youri Tielemans von Aston Villa und Amadou Onana von Everton verstärkt. Der Ex-Dortmunder Axel Witsel, mittlerweile 35 Jahre alt, könnte als erfahrener Strippenzieher im defensiven Mittelfeld fungieren. Witsel absolvierte über 120 Länderspiele und bringt eine Ruhe mit, die für junge Spieler ansteckend wirkt.

In der Offensive hat Belgien traditionell keine Probleme. Romelu Lukaku, derzeit von Chelsea an Napoli verliehen, hat in seiner Nationalmannschaftskarriere über 85 Tore erzielt und ist damit der mit Abstand beste Torschütze in der Geschichte der Roten Teufel. Sein搭档 könnte Dodi Lukebakio sein, der beim VfL Wolfsburg – dem Ex-Verein von Trainer Garcia – für Furore sorgte und nun bei Benfica Lissabon seine Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Jeremy Doku von Manchester City ergänzt das Angriffsrepertoire mit seiner Schnelligkeit und seinem Dribbling.

Die Bundesliga-Spur in diesem Kader ist unverkennbar. Neben Casteels und Witsel haben auch Spieler wie Thorgan Hazard (Eintracht Frankfurt) und Sebastien Haller (ehemals Borussia Dortmund) ihre Wurzeln in der deutschen Bundesliga. Diese Verbindung könnte Garcia zugutekommen, der die Liga und ihre Spielweise ausgiebig studiert hat.

Die Frage bleibt, ob diese Generation den Fluch brechen kann, der seit der WM 1986 auf dem belgischen Fußball liegt. Die Golden Generation ist mittlerweile in die Jahre gekommen, doch mit Spielern wie De Bruyne, der mit 33 Jahren immer noch auf Weltklasse-Niveau spielt, und aufstrebenden Talenten wie Nusa und Debast könnte der Traum vom WM-Titel 2026 realistischer sein als je zuvor. Garcia hat angekündigt, dass die Qualifikation für das Turnier oberste Priorität hat, doch intern dürften die Ambitionen deutlich höher liegen.

Für die belgische Nationalmannschaft steht viel auf dem Spiel. Die WM 2026 könnte die letzte Chance für die ältere Garde sein, um Geschichte zu schreiben. Sollte es Garcia gelingen, die richtige Balance zwischen Erfahrung und Jugend zu finden, könnten die Roten Teufel bei der kommenden Weltmeisterschaft ein gewaltiges Wort mitreden – nicht nur als Mitfavorit, sondern als legitimer Anwärter auf den Titel.