Die Elfenbeinküste hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als eine der stärksten Fußballnationen Afrikas etabliert, doch der Weg zur FIFA Weltmeisterschaft 2026 führt über den Atlantik nach Nordamerika – und die Buchmacher trauen den Éléphants durchaus einiges zu. Mit dem erweiterten Turnierformat, das erstmals 48 statt 32 Teams umfasst, eröffnen sich für afrikanische Vertreter neue Chancen, sich auf der weltgrößten Fußballbühne zu präsentieren.
Der aktuelle Kader der Elfenbeinküste vereint erfahrene Leistungsträger mit aufstrebendem Talent. Im Mittelpunkt steht dabei Sébastien Haller, der im Januar 2024 von Ajax Amsterdam zu Borussia Dortmund in die Bundesliga wechselte. Der 29-jährige Stürmer brachte es in der laufenden Bundesliga-Saison auf bemerkenswerte Zahlen: In 21 Einsätzen erzielte er elf Tore und bereitete vier weitere vor. Seine Trefferquote von etwa 52 Minuten pro Tor unterstreicht seine Bedeutung für die Offensive der Ivorer – und macht ihn gleichzeitig zu einem der gefährlichsten Stürmer des afrikanischen Kontinents.
Die deutsche Fußballpresse hat Haller bereits seit seinem Wechsel auf dem Radar. Der Kicker beschrieb den Transfer als „strategisch clever“ für beide Seiten, während Sport Bild die Eingewöhnungszeit des Angreifers in der rauen Bundesliga-Luft als „erstaunlich schnell“ bezeichnete. Für deutsche Fans bietet sich thus die seltene Gelegenheit, einen potentiellen Weltklasse-Stürmer Woche für Woche in der Bundesliga zu beobachten – und gleichzeitig die Fortschritte der Elfenbeinküste Richtung Weltmeisterschaft 2026 zu verfolgen.
In der afrikanischen Qualifikationsgruppe F für die WM 2026 müssen die Ivorer gegen Gabun, Gambia, Seychellen und den Sudan antreten. Nach den bisherigen Resultaten führt die Elfenbeinküste die Tabelle souverän an – ein Umstand, der auch international für Aufmerksamkeit sorgt. Die Buchmacher von Juvefc.com sehen das Team als klaren Favoriten auf den Gruppensieg und damit auf die Qualifikation für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.
Historisch betrachtet hat die Elfenbeinküste bei Weltmeisterschaften noch nicht ihr volles Potenzial ausgeschöpft. Bei ihrer ersten Teilnahme 2006 in Deutschland erreichten sie immerhin das Achtelfinale, wo sie knapp gegen Gastgeber Deutschland ausschieden. In Südafrika 2010 und Brasilien 2014 scheiterte das Team bereits in der Vorrunde – jeweils an einer anspruchsvollen Gruppenphase mit europäischen Schwergewichten. Diese Erfahrungen dürften dem Team nun zugutekommen, denn mit der无助igen Qualifikation für 2026 wäre ein erneutes frühes Aus für eine Nation dieses Kalibers eine Enttäuschung.
Die Erfolge bei Kontinentalturnieren untermauern die Ambitionen der Westafrikaner. Der Triumph beim Afrika Cup 2023 in der Elfenbeinküste selbst – ein Turnier, das das Team als Gastgeber dominierte – gab dem gesamten Land einen enormen Impuls. Nachdem man im Finale knapp Nigeria mit 2:1 besiegt hatte, feierten Millionen Ivorer auf den Straßen von Abidjan. Dieser Titelgewinn demonstrierte, dass die Generation um Haller, Nicolas Pépé und Ismaïla Sarr in der Lage ist, Spiele auf höchstem Niveau zu entscheiden.
Für die WM 2026 hat sich die Elfenbeinküste viel vorgenommen. Ziel ist nicht nur die bloße Teilnahme, sondern ein signifikanter Vorstoß ins Turnier. Die Erweiterung auf 48 Teams bedeutet, dass afrikanische Vertreter tendenziell etwas mehr Zeit haben, sich an das höhere Spieltempo und die internationale Atmosphäre zu gewöhnen, bevor sie auf die absoluten Topnationen treffen. Dennoch wird der Weg aus der Gruppenphase – voraussichtlich gegen eine Mischung aus europäischen, asiatischen und südamerikanischen Teams – kein Selbstläufer.
Die Quoten der Buchmacher positionieren die Elfenbeinküste als Außenseiter im erweiterten Favoritenfeld, doch diese Einordnung unterschätzt möglicherweise das Potenzial des Kaders. Wenn Haller seine Bundesliga-Form ins Nationalteam überträgt und die Defensive stabil bleibt, könnten die Éléphants für Überraschungen gut sein. Der Traum von einem WM-Viertelfinale oder sogar einem Halbfinale ist für eine Nation mit dieser Spielerauswahl und diesem Selbstvertrauen nicht abwegig.
Für deutsche Fußballfreunde bietet die bevorstehende WM-Qualifikation und letztlich das Turnier selbst einen spannenden Doppelcharakter: Einerseits bleibt die DFB-Elf als sechsfacher Weltmeister der Maßstab; andererseits könnte man in Haller einen Spieler heranwachsen sehen, der an der Seite deutscher Nationalspieler bei der WM für Furore sorgen könnte – entweder als Gegner oder als Bundesliga-Botschafter einer aufstrebenden afrikanischen Fußballmacht. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Elfenbeinküste diese vielversprechende Ausgangslage in eine erfolgreiche WM-Kampagne 2026 überführen kann.