Spielvorschauen

WM liefert spannende Spiele und Tor-Meilensteine

Deutschland hat seine Qualifikation für die K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft 2026 am späten Montagabend gesichert – auf die dramatischste Art und Weise, die das Turnier bisher erlebt hat. Ein Doppelpack von Deniz Undav, aktuell in der Bundesliga für den VfB Stuttgart aktiv, bescherte der deutschen Nationalmannschaft einen 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste in der Nachspielzeit der 90. Minute. Das Siegtor in der 90.+4 Minute sorgte nicht nur für Ekstase auf dem Rasen, sondern lieferte auch reichlich Diskussionsstoff für die deutschen Sportmedien. Der Kicker titelte noch in der Nacht: „Undav erlöst Deutschland in buchstäblich letzter Sekunde“, während Sport Bild die historische Dimension des Moments hervorhob. Trainer Julian Nagelsmann konnte nach Abpfiff erstmals aufatmen – seine Startelf hatte bis dahin arge Mühe, gegen die kompakt stehenden Ivorer Struktur in die eigene Offensive zu bringen.

Die Partie begann mit gebremstem Tempo. Deutschland dominierte die Spielanteile, vermochte es jedoch lange nicht, die gut organisierte Defensive der Elfenbeinküste ernsthaft zu gefährden. Erst als Nagelsmann zur Halbzeit das System umstellte und mit frischem Personal kam, entstand jene Dynamik, die das Stadion in der 86. Minute erstmals erzittern ließ. Undav köpfte eine flache Hereingabe von der rechten Seite ins kurze Eck – 1:0 aus deutscher Sicht. Die Freude währte jedoch nur drei Minuten, denn Kossoun Marescha nutzte einen Stellungsfehler in der deutschen Hintermannschaft zum Ausgleich. Die Zeit schien zu verrinnen, als Undav erneut zur Stelle war und das runde Leder nach einer Ecke im Gewühl über die Linie drückte. Deutschland steht damit nach zwei Spielen alsouncer Round of 16-Teilnehmer fest.

Einen Tag zuvor hatte die Niederlande ihre Ambitionen auf den Titel mit einem beeindruckenden 5:1-Erfolg über Schweden untermauert. Das Team von Bondscoach Ronald Koeman entfesselte Offensive vom Feinsten und deklassierte den europäischen Kontrahenten in einem Spiel, das bereits zur Halbzeit entschieden war. Brian Brobbey, von Ajax Amsterdam gekommen, um der holländischen Angriffsreihe einen echten Zielspieler zu geben, erzielte noch vor dem Seitenwechsel zwei Treffer und rechtfertigte damit das Vertrauen seines Coaches. Koeman hatte vor dem Turnier unter erheblichem Druck gestanden, doch mit Brobbeys Gala-Vorstellung wirkt die Mission Titel plötzlich realistisch.

Cody Gakpo steuerte ebenfalls einen Doppelpack bei und sicherte sich damit nicht nur den dritten Golden-Boot-Platz der Gruppenphase, sondern schrieb auch Geschichte: Sein zweites Tor bedeutete den 100. Treffer des gesamten Turniers. Die Niederlande führt damit nicht nur ihre Gruppe an, sondern hat mit zwölf erzielten Toren die mit Abstand gefährlichste Offensive aller Teilnehmer. Schweden hingegen steht nach dieser Pleite unter enormem Druck und muss im abschließenden Gruppenspiel eine deutliche Leistungssteigerung zeigen, um die K.-o.-Runde noch zu erreichen.

In den Vereinigten Staaten sorgte die Schweiz für einen weiteren Pflichtsieg. In Los Angeles bezwang das Team von Trainer Murat Yakin Bosnien-Herzegowina mit 4:1 und festigte damit die Spitzenposition in der Gruppe. Der 20-jährige Johan Manzambi, erst kurz vor der WM in den Kader berufen, avancierte zum Matchwinner und schnürte in den letzten zwanzig Minuten einen Doppelpack. Seine Ruhe am Ball und sein Blick für die Situationen vor dem Tor erinnern Beobachter an frühe Auftritte von Xherdan Shaqiri. Die Schweizer Defensive präsentierte sich solide, lediglich ein Gegentreffer nach einem Standard deutete auf Schwächen bei hohen Bällen hin – ein Punkt, den Yakin im Training wird adressieren müssen.

England startete derweil furios in das Turnier und fertigte Kroatien in Dallas mit 4:2 ab. Das Eröffnungsspiel der Gruppe bot temporeichen Fußball und zahlreiche Führungswechsel. Jude Bellingham und Harry Kane zeigten咬起 Performances, während Kroatien um Luka Modrić zwar kämpfte, am Ende jedoch die Genauigkeit im Abschluss fehlte. Kolumbien feierte unterdessen eine gelungene Rückkehr auf die WM-Bühne und besiegte Debütant Usbekistan. Luis Díaz, Shootingstar der Premier League bei Liverpool, steuerte einen Treffer zum 2:0-Endstand bei und bestätigte damit seinen Status als eine der aufregendsten Offensivkräfte im weltweiten Fußball.

Südafrika sicherte sich in einem packenden Duell einen Punktgewinn gegen die Tschechische Republik. Ein umstrittener Handelfmeter in der 83. Minute durch Teboho Mokoena bescherte den „Bafana Bafana“ das 1:1-Unentschieden. Der Schiedsrichter hatte nach VAR-Überprüfung auf Strafstoß entschieden, was für hitzige Debatten in den sozialen Medien sorgte. Mit diesem Punkt bleibt Südafrika im Rennen um den Einzug in die nächste Runde.

Die Gruppenphase biegt langsam auf die Zielgerade ein. Deutschland hat mit dem Einzug in die Runde der letzten 16 ein erstes Etappenziel erreicht, doch die wahre Prüfung steht noch bevor. Die Bundesliga-Connection um Undav, Kai Havertz und weitere Erstliga-Profis muss nun zeigen, dass sie auch in entscheidenden K.-o.-Duellen bestehen kann. Der Kicker analysierte bereits: „Bis hierhin war es Mut und Willen – jetzt kommt die Qualität.“ Die kommenden Wochen versprechen Spitzenfußball auf höchstem Niveau.