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USA Übernimmt Kontrolle in der WM-Gruppe mit Überzeugendem Sieg gegen Australien

Die US-Frauen-Nationalmannschaft hat am Mittwochabend einen beeindruckenden 2:0-Sieg gegen Australien gefeiert und damit vorzeitig das Ticket für das Achtelfinale der Weltmeisterschaft gelöst. Vor 45.652 Zuschauern im ausverkauften Lumen Field in Seattle zeigte der amtierende Weltmeister eine Gala-Vorstellung, die nicht nur die knapp 50.000 Fans begeisterte, sondern auch die europäische Konkurrenz aufhorchen ließ – insbesondere die deutsche Auswahl, die das Turnier mit großem Interesse verfolgt.

Die Amerikanerinnen kontrollierten die Partie von der ersten Minute an. Trainerin Vlatko Andonovski hatte sein Team perfekt auf die physisch robuste Spielweise der Australierinnen eingestellt. Mit einem schnellen Passspiel und hohen Pressing zwangen sie den Gegner zu Fehlern im Aufbau. Bereits nach zwölf Minuten zirkulierte der Ball im Netz des australischen Tores – ein frühes Führungstor, das die Marschroute für den Rest der Begegnung vorgab.

Die Statistiken unterstreichen die Dominanz der US-Girls: 65 Prozent Ballbesitz, 18 Torschüsse gegenüber lediglich vier der „Matildas“ und eine Passquote von 89 Prozent. Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen, warum die USA als Topfavoritinnen in dieses Turnier gegangen sind. Im zweiten Durchgang sorgte ein weiterer Treffer für die endgültige Entscheidung und versetzte das Publikum in Ekstase.

Für deutsche Fußballfans bietet dieser Auftritt der US-Amerikanerinnen reichlich Diskussionsstoff. Die DFB-Auswahl, trainiert von Horst Hrubesch, befindet sich in einer komplett anderen Ausgangslage. Während die Amerikanerinnen ihre defensive Stabilität und offensive Durchschlagskraft unter Beweis stellen, hadert Deutschland noch mit der Findungsphase unter dem neuen Trainer. Die Bundesliga Frauen-Bundesliga liefert zwar regelmäßig Weltklassespielerinnen, doch die unmittelbare Vergleichbarkeit mit der amerikanischen Profikultur bleibt ein viel diskutiertes Thema in deutschen Medien wie dem Kicker oder Sport Bild.

Historisch betrachtet pflegen beide Nationen eine besondere Beziehung bei Weltmeisterschaften. Die USA haben das Turnier bereits viermal gewonnen (1991, 1999, 2015, 2019) und stehen damit an der Spitze der ewigen Bestenliste. Australien erreichte 2022 das Halbfinale und gehört spätestens seitdem zur erweiterten Weltspitze. Die heutige Begegnung war bereits das dritte WM-Duell beider Nationen – mit einem klaren Vorteil für die USA.

Die australische Nationaltrainerin Tony Gustavsson stand nach dem Spiel sichtlich enttäuscht vor den Kameras. „Wir haben heute Abend nicht unsere beste Leistung abgerufen. Die Amerikanerinnen waren aggressiv, schnell und haben jede zweite Luft gewonnen. Das müssen wir bis zum nächsten Spiel analysieren und korrigieren“, sagte die Schwedin, die selbst einst unter Bundestrainer Silvia Neid im deutschen Trainerteam gearbeitet hatte – eineConnections, die die internationale Vernetzung des Frauenfußballs verdeutlicht.

Für die USA bedeutet dieser Erfolg mehr als nur den Einzug ins Achtelfinale. Das Team demonstrierte, dass die hohe Erwartungshaltung vor heimischem Publikum nicht zur Belastung wird, sondern als zusätzliche Energiequelle dient. Kapitänin Lindsey Horan und ihre Mitspielerinnen wirken eingespielt, fokussiert und hungrig auf weiteren Titelerfolg. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen und einem Torverhältnis von 5:0 nach der Gruppenphase sind sie auf dem besten Weg, ihren vierten Stern zu holen – ein Vorhaben, das auch bei deutschen Fußballinteressierten für Respekt sorgt.

Der Blick auf die kommenden Aufgaben zeigt jedoch, dass der Weg zum Titel noch lang ist. Im Achtelfinale wartet voraussichtlich ein deutlich stärkerer Gegner als die heute unterlegenen Australierinnen. Brasilien, Frankreich oder Spanien – allesamt Nationen mit Weltklasse-Potenzial – könnten die nächsten Hürden darstellen. Die amerikanische Offensive um Superstar Megan Rapinoe, die im vergangenen Spiel zwei Treffer vorbereitete, wird gefordert sein, ihre Effizienz vor dem Tor weiter zu steigern.

Für Deutschland bleibt die Lehre aus dem US-Auftritt ambivalent. Einerseits bietet die klare Favoritenrolle der USA der DFB-Auswahl die Möglichkeit, ohne expliziten Druck aufzutreten. Andererseits zeigen die Amerikanerinnen, dass mentale Stärke und taktische Disziplin den Unterschied zwischen einem guten und einem herausragenden Team ausmachen. Die Bundesliga liefert die Basis, doch die internationale Konkurrenzfähigkeit muss in Turnieren wie diesem unter Beweis gestellt werden.

Die WM 2023 verspricht jedenfalls ein Spektakel zu werden. Mit den USA, Deutschland, England, Spanien und Frankreich kämpfen gleich mehrere Nationen um den prestigeträchtigsten Titel im Frauenfußball. Nach der gestrigen Gala in Seattle richtet sich der Fokus nun auf die anderen Gruppen, wo auch die deutschen Frauen um wichtige Punkte kämpfen. Der Traum vom vierten Stern lebt in beiden Lagern – doch momentan strahlen die Amerikanerinnen heller als alle anderen.