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Japan gibt endgültigen Kader für die Weltmeisterschaft bekannt, von Analysten als ’schockierend‘ bezeichnet

Japans Bundestrainer hat vor wenigen Tagen seinen endgültigen Kader für die anstehende Weltmeisterschaft enthüllt – und die Fußballwelt reagierte mit ungläubigem Staunen. Was zunächst wie eine routinemäßige Ankündigung erscheinen sollte, entpuppte sich als regelrechte Bombenentscheidung, die selbst erfahrene Beobachter des asiatischen Fußballs vor Rätsel stellte.

Die japanische Nationalmannschaft, die bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar erstmals seit der Einführung des Achtelfinals die Runde der letzten 16 überstand und erst im Elfmeterschießen gegen Kroatien ausschied, hat mit dieser Kaderwahl bewusst den Weg der Innovation gewählt. Der Verband und das Trainerteam um Nationaltrainer Hajime Moriyasu haben kühne personelle Entscheidungen getroffen, die weitgehend von den Erwartungen der Fachwelt abweichen.

Besonders bemerkenswert: Mehrere Stammkräfte, die Japan bei der historischen Achtelfinalteilnahme 2022 noch zum Kader gehörten, finden sich diesmal nicht im Aufgebot. Gleichzeitig wurden junge Talente nominiert, die in der jüngsten Qualifikationsphase durch herausragende Leistungen auf sich aufmerksam machten. Diese Strategie signalisiert einen klaren Generationswechsel, der jedoch mit erheblichem Risiko verbunden ist.

Der Kicker und Sport Bild widmeten der japanischen Kaderentscheidung in ihren internationalen Ausgaben jeweils umfangreiche Analysen. Die deutsche Sportpresse erkennt in diesem Umbruch einen interessanten Fallstudiencharakter: Ähnlich wie die deutsche Nationalmannschaft bei vergangenen Turnieren setzt auch Japan auf einen Rückschnitt der erfahrenen Achse – ein Wagnis, das sowohl Bewunderung als auch Kritik hervorruft.

Ein Statistikdetail sticht besonders hervor: Von den 26 Spielern im japanischen WM-Aufgebot sind elf jünger als 23 Jahre. Noch bemerkenswerter ist, dass lediglich drei Spieler des aktuellen Kaders bereits mehr als 30 Länderspiele absolviert haben. Diese Verjüngungskur ist historisch beispiellos in der japanischen WM-Geschichte und zeigt den offensichtlichen Willen, langfristig zu denken.

Historisch betrachtet war Japan bei Weltmeisterschaften stets für seine taktische Disziplin und mannschaftliche Geschlossenheit bekannt. Seit der ersten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich schaffte man es zweimal ins Achtelfinale – 2002 gemeinsam mit Südkorea und eben 2022 in Katar. Die damalige Gruppenphase war legendär: Japan besiegte sowohl Deutschland als auch Spanien, was in der Bundesliga-Szene für großes Aufsehen sorgte.

Der Bundesliga-Bezug bleibt für Japan ohnehin zentral. Spieler wie Daichi Kamada, der lange Zeit bei Eintracht Frankfurt spielte und dort zum Bundesliga-All-Star avancierte, sowie Wataru Endo vom VfB Stuttgart, der zum Kapitän der Schwaben aufstieg, haben die Wahrnehmung japanischer Fußballer in Deutschland nachhaltig verändert. Beide Spieler verkörpern die Verbindung zwischen dem japanischen Fußball und der Bundesliga, die für viele japanische Talente seit Jahren als bevorzugte Ausbildungsstätte fungiert.

Die BILD-Zeitung kommentierte die japanische Kaderwahl mit den Worten, dass „Japan seinen kühnsten Schritt seit Generationen wagt“ – eine Einschätzung, die die Brisanz der Situation unterstreicht. Die Entscheidung, auf erfahrene Kräfte zu verzichten und stattdessen auf hungrige junge Spieler zu setzen, könnte sich als Geniestreich oder als tragischer Fehler erweisen.

Für die kommende Weltmeisterschaft gilt Japan als Außenseiter in einer technisch hochwertigen asiatischen Qualitätsgruppe. Die Erwartungen sind daher differenziert zu betrachten. Während manche Beobachter bereits vom frühzeitigen Aus sprechen, sehen andere in der Verjüngungsoffensive die Chance auf eine Überraschung. Die taktische Flexibilität, die japanische Trainer in den letzten Jahren entwickelt haben, könnte dabei zum entscheidenden Faktor werden.

Fest steht: Mit diesem Kader hat Japan die Lancierung einer neuen Ära eingeläutet. Die Entscheidung, auf Erfahrung zu verzichten und stattdessen auf jugendliche Unbekümmertheit zu setzen, ist ein klarer Vertrauensbeweis in die nächste Generation. Ob sich dieser Vertrauensvorschuss auszahlt, wird sich erst bei der WM zeigen. Doch eines ist bereits jetzt gewiss: Japans Weltmeisterschaftskampagne wird niemanden kalt lassen.