Deutschland hat sich mit einem dramatischen 2:1-Sieg gegen die Elfenbeinküste vorzeitig für die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft 2026 qualifiziert. Dabei drehten die Mannen von Bundestrainer Julian Nagelsmann einen anfänglichen Rückstand in einen verdienten Triumph um, der vor allem durch die Einwechsler-Leistung von Deniz Undav geprägt wurde. Der Stuttgarter Stürmer avancierte innerhalb von wenigen Minuten zum Matchwinner und sicherte dem dreimaligen Weltmeister den Einzug ins Achtelfinale.
Die Partie begann für Deutschland denkbar ungünstig. Bereits in der 23. Minute nutzte Franck Kessié einen Abpraller im deutschen Strafraum eiskalt aus und brachte die Elfenbeinküste mit 1:0 in Führung. Der Mittelfeldakteur des FC Sevilla, der in dieser Saison 14 Scorerpunkte in La Liga gesammelt hat, profitierte von einer Unachtsamkeit in der deutschen Defensive und bewies seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Kicker titelte anschließend: „Endlich wieder ein deutscher Auftritt mit Moral!“
Für Deutschland, das bei dieser WM nach zwei Siegen in der Gruppenphase bereits unter Druck stand, den Favoritenstatus zu untermauern, war der Rückstand ein Weckruf. Nagelsmann reagierte in der Halbzeit und brachte Deniz Undav für einen indisponierten Angreifer. Diese Maßnahme erwies sich als goldrichtig. Der 24-jährige Stürmer, der in der abgelaufenen Bundesliga-Saison 15 Tore für den VfB Stuttgart erzielte und damit maßgeblichen Anteil am Champions-League-Qualifikation des Vereins hatte, brachte frischen Wind in die deutsche Offensive.
Nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung bewies Undav sein Gespür für den richtigen Moment. Nach einer Flanke von David Raum, die an den zweiten Pfosten verlängert wurde, stand der Stuttgarter goldrichtig und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Der Ausgleich zum 1:1 entfachte neuen Optimismus im deutschen Lager und in den Fanblöcken, die sichtlich erleichtert aufatmeten. Sport Bild kommentierte: „Undav macht dort weiter, wo er in der Bundesliga aufgehört hat.“
Die deutsche Mannschaft drängte anschließend auf den Führungstreffer. Die Elfenbeinküste, die bei ihrer vierten WM-Teilnahme erstmals seit 2014 wieder die Gruppenphase überstanden hatte, verteidigte leidenschaftlich, bot aber zunehmend Räume an. In der 78. Minute war es erneut Undav, der mit einem präzisen Schuss ins lange Eck den 2:1-Sieg perfekt machte. Der Treffer wurde durch eine heftige Grätsche im Strafraum eingeleitet, bei der ein ivorischer Verteidiger den Ball nicht klären konnte. Undav reagierte blitzschnell und schob ein – sein zweites Tor im Turnier.
Mit diesem Doppelpack innerhalb von 33 Minuten Spielzeit avancierte Undav zum sechsten deutschen Spieler, dem bei einer Weltmeisterschaft ein Tor als Einwechsler gelingt, und zum ersten seit Miroslav Klose 2006. Die historische Dimension dieser Leistung wurde im deutschen Fernsehen vielfach hervorgehoben. BILD bezeichnete Undav nach dem Spiel als „Joker mit Goldwert“ und hob hervor, dass der Stuttgarter damit seine herausragende Form aus dem Klub nahtlos auf die internationale Bühne überträgt.
Die Bundesliga-Connection erwies sich einmal mehr als prägend für die deutsche Nationalmannschaft. Mit Spielern wie Undav, der seit 2023 das Trikot der Schwaben trägt, und weiteren Bundesliga-Profis im Kader baute Nagelsmann auf eine eingespielte Achse, die taktisch wie mental auf höchstem Niveau funktioniert. Die Zusammenarbeit zwischen dem DFB und den Bundesliga-Klubs wurde im Vorfeld der WM intensiviert, um Spielern optimal auf die Anforderungen eines Turniers dieser Größenordnung vorzubereiten.
Mit dem Einzug ins Achtelfinale hat Deutschland eine wichtige Duftmarke gesetzt. Die Reaktion nach dem Rückstand, dieato von Einwechsler Spielern und die Nervenstärke in der Schlussphase zeigten die Reife dieser jungen Mannschaft, die noch unter dem Schatten der bitteren Turniere 2018 und 2022 steht. Für Nagelsmann, der im vergangenen Jahr die Nachfolge von Hansi Flick angetreten hatte, bedeutet der Achtelfinal-Einzug einen weiteren Schritt in Richtung Konsolidierung.
In der Runde der letzten 16 wird Deutschland nun auf einen Grupo-H-Sieger treffen, während die Elfenbeinküste ihre WM-Träume begraben muss. Für die Elefanten von der Côte d’Ivoire endete ein Turnier mit Licht und Schatten, in dem Kessié mit zwei Turniertoren zum aktivsten Offensivspieler avancierte. Für Deutschland hingegen geht die Mission Titelverteidigung weiter – und mit Spielern wie Undav im Kader darf man zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben blicken.