Belgien und Iran treffen an diesem Sonntag, dem 21. Juni, im Rahmen der Weltmeisterschaft aufeinander – ein Duell, das sowohl taktisch als auch symbolisch weit über einen gewöhnlichen Gruppenspieltag hinausgeht. Die Roten Teufel aus Belgien reisen als erfahrene WM-Fahrer an, während der Iran als aufstrebende asiatische Kraft gilt, die mit einer kompakten Defensive und enormer Laufbereitschaft überraschen kann.
Die Buchmacher sehen Belgien deutlich in der Favoritenrolle. Wetten auf einen Sieg der Belgier werden bei Quoten um 1,50 gehandelt, während ein iranischer Erfolg mit Werten um 6,50 bis 7,00 deutlich höher bewertet wird. Das Remis liegt somewhere dazwischen bei ungefähr 4,20. Diese Zahlen spiegeln nicht nur den Klassenunterschied wider, sondern auch die internationale Reputation, die sich Belgien über Jahre aufgebaut hat. Der deutsche Wettanbieter Oddset – in der Bundesrepublik besonders populär – hat ähnliche Quoten veröffentlicht, was die Erwartungshaltung der europäischen Wettbranche widerspiegelt.
In der deutschen Sportberichterstattung dominiert das Duell die Seiten von Kicker und Sport Bild. Die Redaktionen haben ausführliche Analysen veröffentlicht, die besonders die Rolle von Kevin De Bruyne im Mittelfeld der Belgier hervorheben. Der Spielmacher von Manchester City, der in der abgelaufenen Premier-League-Saison zwölf Tore vorbereitete und selbst neun Treffer erzielte, gilt als Schlüsselspieler für den Offensivfluss seiner Mannschaft. Auch Torhüter Thibaut Courtois, der in der spanischen La Liga mit Real Madrid konstant auf höchstem Niveau agiert, wird als eine der wenigen konstanten Größen im belgischen Kader beschrieben.
Für den Iran stehen die Zeichen auf Sturm. Nationaltrainer Amir Ghalenoei hat eine Elf geformt, die auf Kontrolle und schnelles Umschaltspiel setzt. Kapitän Ehsan Hajsafi, der in der Vergangenheit auch mit Bundesliga-Vereinen in Verbindung gebracht wurde, führt die Mannschaft als erfahrener Strippenzieher im Mittelfeld an. Obwohl kein iranischer Akteur derzeit in einer europäischen Topliga aktiv ist, verfügt das Team über technisch versierte Spieler, die im亚洲区-Qualifikationstraining Höchstleistungen zeigten.
Die historische Bilanz zwischen beiden Nationen ist überschaubar. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland traf man in der Gruppenphase aufeinander – Belgien setzte sich damals mit 1:0 durch. Das goldene Tor erzielte der junge Nacer Chadli, der mittlerweile seine Karriere in der saudi-arabischen Liga fortsetzt. Diese knappe Partie sollte als Warnung dienen: Der Iran hat die Qualität, auch Favoriten zu gefährden.
Bundesliga-Fans werden besonders auf die Aufstellungen achten. Obwohl kein Iranianer derzeit in der deutschen Bundesliga spielt, haben mehrere belgische Nationalspieler ihre Sporen in Deutschland verdient. Romelu Lukaku, der über 300 Pflichtspiele für Inter Mailand bestritt, gilt trotz seiner langen Verletzungspause als möglicher Startelfkandidat. In der Verteidigung könnte Toby Alderweireld auflaufen, der einst für den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund aktiv war und die Bundesliga aus nächster Nähe kennt.
Taktisch erwarten Beobachter ein explosives Match. Belgien wird versuchen, früh Druck aufzubauen und durch schnelle Passfolgen Lücken in der kompakten iranischen Abwehr zu finden. Der Iran hingegen wird auf Konterchancen lauern und auf die Standard-Situationen setzen, bei denen insbesondere die Kopfballstärke von Innenverteidiger Rouzbeh Cheshmi gefragt sein wird. Der 31-Jährige erzielte bei der WM 2022 das Siegtor gegen Wales und könnte auch diesmal eine entscheidende Rolle spielen.
Für den weiteren Turnierverlauf hat diese Begegnung enorme Bedeutung. Ein Sieg würde Belgien praktisch den Einzug ins Achtelfinale sichern und Spielraum für Experimente in den verbleibenden Gruppenspielen geben. Der Iran braucht hingegen mindestens einen Punkt, um die Chance auf das Weiterkommen zu wahren. Nach dem Abschluss der Gruppenphase winken für den Sieger Duelle mit Teams aus anderen Gruppen – vielleicht mit einer europäischen oder südamerikanischen Großmacht.
Die Stimmung im Lager der Belgier ist trotz des hohen Alterschnitts einiger Leistungsträger optimistisch. In der heimischen Presse wurde viel über den generationellen Umbruch spekuliert, doch Trainer Domenico Tedesco kann auf eine Mischung aus erfahrenen Performern und hungrigen Youngsters bauen. Dass die Belgier zuletzt in der Nations League gegen Teams wie Italien und Frankreich stark auftraten, nährt die Hoffnung auf einen langen Turnierlauf.
Für Fans in Deutschland beginnt das Spiel um 15:00 Uhr MESZ. Die öffentlich-rechtlichen Sender übertragen live, was die enorme Popularität dieses Duells auch hierzulande unterstreicht. In den sozialen Medien wird das Match bereits jetzt hitzig diskutiert – nicht nur zwischen belgischen und iranischen Anhängern, sondern auch unter neutralen Beobachtern, die auf eine mögliche Überraschung hoffen.
Die Entscheidung auf dem Platz wird zeigen, ob die Quoten stimmen oder ob der Iran für eine der größten WM-Sensationen seit langem sorgen kann. Fest steht: Dieses Spiel verdient alle Aufmerksamkeit, die es bekommt.