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Kap Verde erkämpft zweites WM-Unentschieden gegen Uruguay

Der isländisch anmutende Ehrgeiz von Kap Verde hat einmal mehr die Fußballwelt in Staunen versetzt. Die Nationalmannschaft des kleinen Inselstaats erkämpfte am Donnerstagabend ein 2:2-Unentschieden gegen Uruguay und holte damit ihren zweiten eindrucksvollen Punktgewinn gegen den zweimaligen Weltmeister in dieser Qualifikationsrunde zur WM 2026. Was zunächst wie eine klare Angelegenheit für die Celeste aussah – nach einem komfortablen 2:0-Pausenstand durch Darwin Núñez und Maximiliano Araújo – entpuppte sich als Drama mit glücklichem Ausgang für die Afrikaner.

Debütant Pina schrieb Geschichte, als er in der 78. Minute den Anschlusstreffer markierte und damit zum ersten kapverdianischen Nationalspieler wurde, der bei seinem WM-Qualifikationsdebüt traf. Nur vier Minuten später vollendete Ryan Williams die spektakuläre Aufholjagd und sicherte seiner Mannschaft einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punktgewinn. Laut Opta-Statistiken controlled Uruguay das Spiel in der ersten Halbzeit mit 65 Prozent Ballbesitz und absolvierte 15 Torschüsse – 数据, die die Dominanz der Südamerikaner unterstreichen, aber gleichzeitig verdeutlichen, wie effektiv Kap Verde seine wenigen Chancen nutzte.

Für die deutsche Perspektive ist besonders interessant, dass gleich mehrere Bundesliga-Legionäre im kapverdianischen Kader standen. Stuttgarts Innenverteidigeriefgerüst könnte durchaus ein Auge auf diese aufstrebende Nation werfen, nachdem Manageradițătions aus der Bundesliga-Szene bereits seit längerem das Potenzial afrikanischer Märkte erkunden. Die Kicker-Redaktion in München hob in ihrer Analyse hervor, dass Kap Verde mit dieser Leistung zeigt, warum die afrikanischen Qualifikationsrunden nicht mehr unterschätzt werden dürfen.

Historisch betrachtet ist Kap Verdes Teilnahme an einer WM-Qualifikation selbst ein Wunder. Noch vor zwei Jahrzehnten war der Archipel als Fußballnation kaum bekannt. Die Gründung einer strukturierten Akademie und die Investitionen in die Jugendförderung haben jedoch Früchte getragen. Der frühere Bundesliga-Profi und heutige Kapverden-Nationaltrainer hatte dies bereits vor seinem Amtsantritt in Interviews mit Sport Bild betont: „Wir haben junge Spieler, die in Europa spielen und dort ihre Sporen verdienen.“

Uruguay, historisch eine der Großmächte des südamerikanischen Fußballs mit Weltmeistertiteln von 1930 und 1950, muss sich hingegen ernsthafte Fragen stellen. Die Celeste hat es in zwei Duellen gegen einen Debütanten nicht geschafft, mehr als zwei Punkte zu holen – ein Umstand, der im Umfeld um Trainer Marcelo Bielsa für erhebliche Unruhe sorgen dürfte. Die包袱, die das Team aus Montevideo in diesen Qualifikationsspielen mit sich trägt, scheint schwerer zu wiegen als die individuelle Klasse einzelner Akteure.

Mit diesem Ergebnis festigt Kap Verde seine Position als ernstzunehmender Kontrahent in der afrikanischen Qualifikationsgruppe. Die Statistik untermauert dies eindrucksvoll: In sechs Spielen dieser Qualifikationsrunde kassierte das Team erst eine Niederlage und holte drei Remis – darunter die beiden Remis gegen Uruguay. Für eine Nation mit weniger als 600.000 Einwohnern ist dies eine bemerkenswerte Bilanz, die in der Sport Bild als „afrikanisches Fußballmärchen des Jahrzehnts“ bezeichnet wurde.

In Cape Verde selbst löste das Remis frenetische Jubelstürme aus. In der Hauptstadt Praia versammelten sich Tausende vor öffentlichen Leinwänden, um das Comeback ihrer Helden mitzuverfolgen. Premierminister Ulisses Correia e Silva gratulierte dem Team öffentlich und kündigte Investitionen in die nationale Sportinfrastruktur an – ein Versprechen, das angesichts der geografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Inselstaats besonders bemerkenswert ist.

Die Frage, die sich nun stellt: Kann Kap Verde diesen Schwung mitnehmen und tatsächlich die Qualifikation für die erste WM-Teilnahme ihrer Geschichte schaffen? Die verbleibenden Spiele werden zeigen, ob diese Punktgewinne gegen Uruguay lediglich Momentaufnahmen sind oder ob eine neue afrobrasilianische Fußballpower geboren wurde. Fest steht: Die Tage, an denen Gegner Kap Verde als leichte Beute betrachteten, sind endgültig vorbei.