Liverpool hat einem Bericht des Kicker am Mittwoch zufolge ein erneutes Transferangebot von Inter Mailand für Mittelfeldspieler Curtis Jones kategorisch abgelehnt. Der italienische Serienmeister hatte laut übereinstimmender Medienberichte ein mündliches Angebot in Höhe von 25 Millionen Euro (etwa 21 Millionen Pfund) für den 23-jährigen Engländer unterbreitet – ein Betrag, der vom Premier-League-Klub als völlig unzureichend zurückgewiesen wurde.
Die Ablehnung signalisiert eine bemerkenswerte Haltung seitens der Reds, die an ihrer Bewertung des Youngsters festhalten. Seitdem Arne Slot im Sommer 2024 die Nachfolge von Jürgen Klopp an der Anfield Road angetreten hat, gilt Jones als fester Bestandteil der zukünftigen Planung des Niederländers. Der offensive Mittelfeldspieler, der vergangene Saison in 33 Premier-League-Spielen zwei Tore erzielte und drei Vorlagen lieferte, hat sich unter dem neuen Trainer stabilisiert und soll nun eine tragende Rolle in der Entwicklung des Teams einnehmen.
Inter Mailand zeigt sich indes hartnäckig in seiner Verfolgung. Bereits im vergangenen Transferfenster sollen die Nerazzurri Interesse am ehemaligen Liverpool-Youth-Spieler bekundet haben, doch eine Einigung kam nie zustande. Nun versucht der sechsmalige italienische Meister erneut, Jones zu einem Wechsel nach Mailand zu bewegen – bisher ohne Erfolg. DieMailänder verfolgen seit Jahren eine Strategie, junge Talente aus europäischen Top-Ligen zu verpflichten, wie etwa die Verpflichtung von Henrikh Mkhitaryan oder zuletzt Piotr Zieliński zeigt.
In der Zwischenzeit brodelt die Gerüchteküche bezüglich eines weiteren Liverpool-Profis. Tottenham Hotspur, trainiert vom ehemaligen Brighton-Coach Roberto De Zerbi, hat starkes Interesse an Stürmer Cody Gakpo bekundet. Der 25-jährige Niederländer, der in der vergangenen Saison beeindruckende 22 Pflichtspieltore für die Reds erzielte, steht demnach ganz oben auf der Wunschliste des italienischen Trainers. Gakpo, der 2023 für eine Ablöse von etwa 44 Millionen Euro von PSV Eindhoven nach Liverpool kam, hat sich als flexibler Offensivspieler etabliert und kann sowohl auf dem linken Flügel als auch in der zentralen Angriffsposition eingesetzt werden.
Die Tottenham-Mannschaft befindet sich nach einer enttäuschenden Saison im Umbruch. De Zerbi, der für seinen kreativen und mutigen Fußballansatz bekannt ist, möchte die Offensive grundlegend renovieren. Laut einem Bericht von Sky Sports UK sieht der 45-Jährige in Gakpo den idealen Spieler, um seine Vision eines dynamischen, flexiblen Angriffsspiels umzusetzen. Ob Liverpool jedoch bereit wäre, seinen Top-Torschützen der Vorsaison ziehen zu lassen, bleibt mehr als fraglich.
Aus deutscher Perspektive sorgt das Transfergeschehen für zusätzliches Interesse. Die Bundesliga-Clubs beobachten die Entwicklungen auf dem Transfermarkt genau, da englische Klubs traditionell hohe Summen für Spieler aufbringen, die auch für deutsche Vereine interessant sein könnten. Spieler wie Florian Wirtz von Bayer 04 Leverkusen oder Jamal Musiala vom FC Bayern stehen regelmäßig im Fokus englischer Top-Clubs, was die Transferaktivitäten der Premier-League-Vereine umso relevanter für den deutschen Markt macht. Die Sport Bild berichtete zuletzt über das wachsende Interesse englischer Klubs an jungen deutschen Talenten, was die Verbindung zwischen den beiden Märkten weiter stärkt.
Historisch betrachtet pflegt Liverpool seit jeher enge Beziehungen zum Transfermarkt. Die Verpflichtung von Virgil van Dijk für 84,5 Millionen Euro im Januar 2018 bleibt bis heute eine der teuersten Verteidiger-Transfers überhaupt. Auch der Verkauf von Spielern wie Raheem Sterling an Manchester City oder Emre Can an Juventus zeigt, dass der Klub durchaus bereit ist, Spieler für angemessene Summen ziehen zu lassen – jedoch nie unter Wert. Die aktuelle Weigerung, Jones für 25 Millionen Euro ziehen zu lassen, passt in dieses Muster und unterstreicht den Anspruch des Vereins, junge Talente zu angemessenen Konditionen zu halten oder zu verkaufen.
Für Jones persönlich dürfte die Situation eine interessante Wendung nehmen. Der Youngster, der seit seiner Jugend bei Liverpool spielt und 2023 sein Debüt für die englische Nationalmannschaft feierte, hat öffentlich stets betont, dass er sich dem Klub verpflichtet fühlt. „Liverpool ist mein Zuhause”, wird Jones in verschiedenen britischen Medien zitiert. Ob diese Loyalität jedoch angesichts des Interesses eines europäischen Giganten auf Dauer aufrechterhalten werden kann, bleibt abzuwarten.
Mit Blick auf die kommende Saison wird erwartet, dass Liverpool seinen Kader weiter verstärken wird. Gerüchte zufolge sind die Reds an mehreren Spielern interessiert, darunter möglicherweise ein Ersatz für den abwanderungswilligen Virgil van Dijk. Die Mittel aus potenziellen Verkäufen könnten dabei eine entscheidende Rolle spielen. Fest steht: Sollte Inter Mailand seinen Preis für Jones erhöhen, könnte sich das Transferkarussell schneller drehen als erwartet. Ansonsten wird der englische Nationalspieler voraussichtlich in die Vorbereitung unter Slot starten – und seine Qualitäten weiter unter Beweis stellen.