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Japan nominiert 26-köpfigen Kader für WM-Kampagne 2026

Der japanische Fußballverband hat am Dienstag offiziell seinen 26-köpfigen Kader für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika bekannt gegeben. Nationaltrainer Hajime Moriyasu setzt dabei auf eine ausgewogene Mischung aus erfahrenen Leistungsträgern und hungrigen Nachwuchsspielern, die das Erreichen des Viertelfinals zum gemeinsamen Ziel erklärt haben. Die Samurai Blue reisen mit gesteigerten Ambitionen zu ihrem siebten WM-Turnier an – denn bisher konnte Japan in der K.-o.-Phase nie über die zweite Runde hinauskommen.

Im Quartett mit den DFB-Kickerinnen und DFB-Kickern sowie weiteren 44 Nationen startet Japan am 13. Juni gegen eine noch zu bestimmende Qualifikationsgruppe in das Turnier. Die Kadernominierung erregte europaweit Aufmerksamkeit, nicht zuletzt aufgrund der starken Präsenz japanischer Akteure in europäischen Top-Ligen. Insgesamt zwölf Spieler des aktuellen Kaders stehen bei Klubs aus England, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien unter Vertrag – ein Trend, der sich seit der WM 1998 kontinuierlich verstärkt hat.

Besonders im Fokus der deutschen Fußball-Fachmedien stand in den vergangenen Tagen die Nominierung von Ao Tanaka. Der Mittelfeldmotor von Fortuna Düsseldorf, der in der 2. Bundesliga auf sich aufmerksam macht, könnte in Nordamerika für besondere Aufmerksamkeit sorgen. Auch Wataru Endo, langjähriger Bundesliga-Profi beim VfB Stuttgart und aktuell bei Manchester United aktiv, bringt wertvolle europäische Erfahrung in die japanische Auswahl. Der 32-Jährige bestritt bisher 58 Länderspiele und gilt als einer der Anführer der Equipe.

Die Altersstruktur des Kaders verspricht Spannung: Mit Takehiro Tomiyasu (Arsenal) und Kubo Takefusa (Real Sociedad) stehen zwei Schlüsselspieler im optimalen Fußball-Alter von 26 Jahren. Auffällig ist zudem die youth Offensive – fünf Spieler im Kader sind jünger als 23 Jahre. Darunter sticht Eigengewächs Unit Haraguchi hervor, der mit gerade einmal 19 Jahren bereits bei Real Zaragoza in La Liga Torgefahr ausstrahlt. Die Bundesliga-Verbindung wird durch Nationaltorhüter Daniel Schmidt abgerundet, der vor einigen Jahren beim SSV Jena zwischen den Pfosten stand und nun bei Sint-Truidense VV in Belgien spielt.

Historisch betrachtet durchlief Japan eine bemerkenswerte Entwicklung seit seiner ersten WM-Teilnahme 1998 in Frankreich. Bei jener Premiere kassierte das Team in der Vorrunde drei Niederlagen und erzielte kein einziges Tor. Mittlerweile zählt Asiens drittbeste Nation zu den gefürchteten Gegnern auf globaler Ebene. Bei der WM 2022 in Katar überraschten die Samurai Blue mit einem 2:1-Sieg gegen Deutschland – ein Ergebnis, das in der deutschen Sportpresse wochenlang für Diskussionsstoff sorgte und Trainer Hansi Flick letztlich den Job kostete.

Die Statistik untermauert Japans Aufwärtstrend: In den vergangenen fünf Major-Turnieren erzielte das Team beeindruckende 28 Tore. Gleichzeitig offenbart die Bilanz eine bittere Wahrheit: Trotz dominanter Leistungen in der Vorrunde – etwa dem Gruppenfinale 2018 gegen Polen (0:1) und dem Achtelfinale 2022 gegen Kroatien (1:1 n.V., 1:3 i.E.) – blieb der erhoffte Quantensprung aus.

Moriyasu, der die Nationalelf seit 2018 betreut, setzt auf Kontinuität. Zehn Spieler aus dem WM-Kader 2022 wurden erneut nominiert. Ergänzt wird das Aufgebot durch sechs Neulinge, die überwiegend in europäischen Nachwuchsakademien ausgebildet wurden. Diese Internationalisierung des japanischen Fußballs spiegelt sich auch in der Trainerspitze wider: Mit Juanma Lillo steht ein Spanier als Assistenztrainer an Moriyasus Seite, was taktische Flexibilität auf höchstem Niveau garantieren soll.

Für die deutsche Perspektive bleibt Japan einer der faszinierendsten Gegner im internationalen Fußball. Die enge Verflechtung zwischen der Bundesliga und der J-League – über 15 japanische Profis spielten in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland – macht den asiatischen Kontrahenten zu einem vertrauten Phänomen für hiesige Fans. Kicker und Sport Bild haben die Kadernominierung ausführlich analysiert und heben insbesondere die Defensivqualitäten von Tomiyasu sowie die kreative Klasse von Kubo als entscheidende Faktoren hervor.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Samurai Blue ihre vielversprechende Formation in nordamerikanischer Höhenluft in kühle Finalität verwandeln können. Fest steht: Japan reist nicht als Außenseiter an – sondern mit dem klaren Anspruch, Japans Fußballgeschichte neu zu schreiben.