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Türkei steht vor Pflichtsieg gegen Paraguay in der WM-Qualifikation

Nach der bitteren Auftaktniederlage gegen Australien steht die türkische Nationalmannschaft am Dienstagabend (Ortszeit) vor einem Schicksalsspiel in der FIFA-WM-Qualifikation 2026. In San Francisco trifft die Auswahl von Trainer Vincenzo Montella auf Paraguay – ein Duell, das nach dem 2:1-Pech im ersten Gruppenspiel der Gruppe D nun bereits als Vorentscheidung im Rennen um das Ticket zur Weltmeisterschaft in Nordamerika gewertet wird.

Die Frage, die vor dem Anpfiff im Oracle Park die Runde macht: Werden Yusuf Sarı und Abdulkerim Bardakcı auflaufen? Beide Verteidiger haben in den vergangenen Tagen am Training teilgenommen, doch ihre Einsatzfähigkeit bleibt bis zuletzt offen. Das Kicker-Magazin und Sport Bild berichten übereinstimmend aus dem türkischen Lager, dass der Trainerstab um Montella am Spieltag eine endgültige Entscheidung treffen wird. Sollte Bardakcı ausfallen, würde vermutlich Merih Demiral die Innenverteidigung anführen – der Juventus-Spieler stand zuletzt beim 1:1 im Hinspiel gegen eine europäische Großmacht über die volle Distanz auf dem Platz.

Die türkische Mannschaft, im In- und Ausland liebevoll „Bizim Çocuklar“ genannt, reist mit enormem Druck nach Kalifornien. Nach dem Punktverlust gegen Australien beträgt der Rückstand auf die direkten Qualifikationsplätze bereits drei Zähler – ein Szenario, das die historisch erfolgreiche Fußballnation unter Zugzwang setzt. Die Türkei hat sich lediglich dreimal in ihrer Geschichte für eine Weltmeisterschaft qualifiziert: 1954, 2002 und zuletzt 2002 als Dritter des Turniers – das beste Abschneiden einer europäischen Mannschaft bei einer WM in Asien.

Die Bundesliga-Connection spielt in dieser kritischen Phase eine nicht zu unterschätzende Rolle. Mit Spielern wie Kapitän Hakan Çalhanoğlu, der beim FC Internazionale Milano eine herausragende Saison absolviert, und Yusuf Sarı, der mit starken Leistungen bei Galatasaray auf sich aufmerksam gemacht hat, verfügt Montella über qualitätsvolle Alternativen. Die Frage der Aufstellung beschäftigt nicht nur die türkischen Medien, sondern findet auch in der deutschen Sportpresse Beachtung – immerhin ist die Türkei mit über 80 Millionen Einwohnern ein wichtiger Markt für die Bundesliga, und mehrere türkische Nationalspieler standen in der Vergangenheit bei deutschen Klubs unter Vertrag.

Paraguay hingegen reist mit erheblichem Selbstbewusstsein nach San Francisco. Die Guaraní-Nationalmannschaft hat in den letzten fünf WM-Qualifikationsspielen viermal gewonnen und kassierte dabei lediglich zwei Gegentore. Der Routinier Antonio Sanabria von Betis Sevilla führt die offensive Achse an und gilt als Schlüsselspieler für die Südamerikaner, die nach einer enttäuschenden Qualifikation für die WM 2022 nun zurück in der Erfolgsspur sein wollen.

Die historische Bilanz zwischen beiden Nationen ist überschaubar: Die Türkei und Paraguay standen sich bislang nur einmal in einem Pflichtspiel gegenüber – 2001 in einem freundlichen Vorbereitungsspiel, das 2:2 endete. Für die Qualifikation zur WM 2002 war dieses Ergebnis bedeutungslos, doch die Parallelen zur damaligen Situation sind auffällig: Auch damals benötigte die Türkei dringend Punkte, um die Qualifikation nicht aus den Augen zu verlieren.

Die Analyse von KI-gestützten Prognosemodellen, die von mehreren türkischen Sportportalen veröffentlicht wurden, deutet auf ein enges Duell hin. Die Wahrscheinlichkeitsrechnung sieht die Türkei mit einer leichten Favoritenstellung von 38 Prozent auf einen Sieg, während ein Unentschieden mit 30 Prozent und ein paraguayischer Erfolg mit 32 Prozent kalkuliert wird. Diese Zahlen unterstreichen die Ausgeglichenheit der Begegnung.

Für die türkische Auswahl gilt es nun, die Lehren aus dem Auftaktspiel zu ziehen. Die Defensive zeigte Lücken, die Offensive um Arsenals Yusuf Sarı und Kapitän Çalhanoğlu muss effektiver werden. Ein Sieg wäre ein dringend benötigtes Lebenszeichen im Qualifikationsrennen – nicht nur für die Tabelle, sondern auch für das Selbstvertrauen einer Mannschaft, die bei der EM 2024 bis ins Viertelfinale vorstieß und dort erst im Elfmeterschießen an Portugal scheiterte.

Die Bundesliga verfolgt das Geschehen mit besonderem Interesse. Zahlreiche türkische Nationalspieler haben deutschen Vereinen eine Bühne gegeben, und die mediale Berichterstattung in Kicker und Sport Bild unterstreicht die Bedeutung dieses Spiels für die gesamte Region. Ein Ausscheiden aus dem WM-Rennen würde nicht nur für die Nationalmannschaft, sondern auch für die Präsenz türkischer Talente auf internationaler Ebene einen herben Rückschritt bedeuten.

Am Dienstagabend wird sich zeigen, ob „Bizim Çocuklar“ die Kurve kriegen und den Negativtrend stoppen können. Die Antwort liegt in San Francisco – und auf dem grünen Rasen des Oracle Parks.